Deutscher Einzelhandel im Aufwind.

Artikel teilen
  • Facebook Icon
  • X Icon
  • LinkedIn Icon
Unscharf dargestellte Menschen, die mit Einkaufstüten in den Händen vorbeigehen.

Aengevelt sieht stationären Einzelhandel im Aufwind.


DIP-Partner Aengevelt Immobilien verweist darauf, dass der reale Umsatz im stationären Einzelhandel im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 1,1 % gestiegen ist und damit das BIP-Wachstum von 0,2 % deutlich übertroffen hat. Das Immobilienhaus sieht diese Entwicklung als Auslauf der Schwächephase des stationären Einzelhandels und erwartet vor dem Hintergrund eine weitere Belebung des Transaktionsgeschehens im Marktsegment Handelsimmobilien.


Nach aktuellen Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamts ist der preisbereinigte Umsatz im gesamten Einzelhandel im Jahr 2025 um 2,7 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Internet- und Versandhandel hat binnen Jahresfrist sogar um 10,1 % zugenommen, der Einzelhandel in Verkaufsräumen immerhin um 1,1 %.

Im Dezember 2025 verzeichnete der stationäre Einzelhandel sogar einen Zuwachs von real 2,7 % gegenüber Dezember 2024. Dabei zeigt der Blick auf die monatlichen Zahlen, dass es sich nicht nur um ein außergewöhnlich gutes Weihnachtsgeschäft handelte. Vielmehr ist bereits seit September ein Anstieg der Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu beobachten und hat sich seitdem kontinuierlich fortgesetzt.

Besonders stark gewachsen sind dabei die Umsätze von Apotheken, kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten (+3,5 %). Nach Einschätzung von Aengevelt wird sich das überproportionale Wachstum im Health-Sektor aufgrund der demographischen Entwicklung langfristig fortsetzen.

Verbraucherstimmung gedämpfter als tatsächliche Konsumfreudigkeit.

Die tatsächliche Verbesserung der realen Umsätze steht im Gegensatz zum GfK-Konsumklimaindex: Dieser hat sich in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 wieder verschlechtert und im Dezember einen markant negativen Wert von -23,4 erreicht. Die Stimmung der Verbraucher ist damit deutlich gedämpfter als die tatsächliche Konsumfreudigkeit.

Aengevelt verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die wachsenden Konsumausgaben mit den kräftigen Reallohnzuwächsen korrespondieren. So waren die Reallöhne im 3. Quartal 2025 um 2,7 % höher als im Vorjahresquartal – was exakt der Steigerungsrate der realen Einzelhandelsumsätze im Gesamtjahr 2025 entspricht.

Nachhaltige Trendwende bei den Einzelhandelsumsätzen erwartet.

Nach Einschätzung von Aengevelt ist die Trendwende bei den Einzelhandelsumsätzen nachhaltig. So erwartet z.B.  die Bundesbank für das Jahr 2026 eine weitere kleinere Steigerung des BIP-Wachstums von 0,2 % auf 0,9 % und für 2027 sogar um 1,4 %. Die Gründe liegen neben Kalendereffekten vor allem auch in den massiv gestiegenen staatlichen Rüstungs- und Infrastrukturausgaben sowie im wieder leicht anziehenden Export.
Zudem hat die in den letzten Jahren angestiegene Sparquote dazu geführt, dass die Konsumenten Reserven gebildet haben, die im Zuge von Erholungsprozessen zu Nachholeffekten bei Anschaffungen und laufenden Konsumausgaben führen.

Porträtfoto von Dr. Wulff Aengevelt, geschäftsführender Gesellschafter Aengevelt Immobilien

Das hat verschiedene Effekte:

  • So erwartet Aengevelt, dass sich Steigerungen der Umsätze im stationären Einzelhandel auch in einer analog schrittweisen Belebung der Transaktions- und Investment-Dynamik in der Assetklasse der Handelsimmobilien spiegeln. Diese Entwicklung zeichnete sich bereits in 2025 mit einem Anstieg des Transaktionsvolumens um rd. 10 % auf knapp EUR 6,5 Mrd. ab.  
  • Angesichts der positiven Umsatzentwicklung werden auch wieder Neueröffnungen von Standorten und Erweiterungen vorgenommen.
  • In den Top-Einzelhandelslagen werden erstmals seit mehreren Jahren wieder vereinzelt steigende Spitzenmieten vermeldet, darunter auch für exklusive Showrooms, etwa im Technik- und im Automobilbereich.
  • Mit den Umsatzrückgängen im Bekleidungssektor korrespondiert, dass Food und Health zunehmend Fashion ersetzen. Dabei ist die Gastronomie, der die Senkung des Umsatzsteuersatzes zugutekommt, auf noch verhaltenem Expansionskurs, insbesondere durch Systemgastronomieketten.
  • Das Discountsegment bleibt weiterhin stark, im Food- wie auch im Nonfood-Sektor.

Fazit:

Dr. Wulff Aengevelt, geschäftsführender Gesellschafter Aengevelt Immobilien: „Die Zahlen sind besser als die Stimmung. Vielerorts wird die Entwicklung der Konsumneigung derzeit noch schlechter geredet als sie ist, und das entspricht nicht dem tatsächlichen Verhalten der Verbraucher. Die Mehrzahl der fundamentalen Daten – BIP, Inflation, Reallöhne, Beschäftigung – spricht für die Fortsetzung des positiven Trends der Einzelhandelsumsätze, auch im stationären Bereich. Damit eröffnen sich auch in der Assetklasse Handelsimmobilien nach längerer Zeit wieder durchaus interessante Investmentperspektiven.“

Thomas Glodek

Leiter Öffentlichkeitsarbeit