Als Folge des Wohnungsmangels ist die durchschnittliche Angebotsmiete in Berlin im Neubau binnen fünf Jahren um rund 43 % von EUR 12,32/m² (Q3/2018) auf derzeit EUR 17,64/m² (Q3/2023) angestiegen. Vor diesem Hintergrund halten die Rufe nach der Umsetzung des Volksentscheids zur Vergesellschaftung von Wohnungsunternehmen an. Allerdings würden dafür milliardenschwere Entschädigungen fällig, für die keine einzige zusätzliche Wohnung gebaut würde.
Gleichzeitig sinken die Wohnbaugenehmigungen 2023 dramatisch – bundesweit waren es von Januar bis September mit 160.400 Neubaugenehmigungen knapp 32 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Dieser Einbruch resultiert zwar wesentlich aus den gestiegenen Kreditzinsen, allerdings auch aus weiter steigenden Baukosten, die u.a. durch staatliche Regulierungen wie dem Gebäudeenergiegesetz etc. in die Höhe getrieben werden. Insgesamt wird dies zu einer weiteren Verschärfung der Wohnungsmarktsituation insbesondere in den Metropolen führen.
Will man den Wohnungsmangel wirksam bekämpfen, müssen vor allem kostentreibende Auflagen und lange Genehmigungsverfahren auf den Prüfstand. Außerdem müssten die in Berlin ausreichend vorhandenen Flächen zügig als Wohnbauland ausgewiesen werden, um das Grundstückspreisniveau zu senken. Und die knappen öffentlichen Mittel setzt man besser für die Förderung des Wohnungsneubaus ein statt sie für wirkungslose Vergesellschaftungen zu vergeuden.
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Thomas Glodek
Leiter Öffentlichkeitsarbeit
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