Magdeburg, 21. Mai 2001

Dr. Wulff Aengevelt
Geschäftsführender Gesellschafter
AENGEVELT IMMOBILIEN KG


Konsolidierung des Magdeburger Immobilienmarktes


Der Magdeburger Markt für bebaute Grundstücke
Der Magdeburger Markt für unbebaute Grundstücke
Der Magdeburger Markt für Wohn- und Teileigentum
Der Magdeburger Markt für Büroflächen
Der Magdeburger Markt für Einzelhandelsflächen

Im Katasteramtsbereich Magdeburg (inkl. Jerichower Land) wurden im Jahr 2000 Immobilien im Wert von rd. DM 739 Mio. transferiert. Gegenüber dem Vorjahr (DM 1,13 Mrd.) bedeutet dies einen Rückgang um ca. 35%. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass in dem 99er Ergebnis u.a. aufgrund des gegenüber anderen Städten abweichenden Erfassungszeitraums (November 1998 bis Oktober 1999) der erhebliche Umsatzüberhang aus dem Auslaufen der Sonder-AfA zum Jahresultimo 1998 enthalten ist. Für das laufende Jahr ist nach Prognosen von AENGEVELT-RESEARCH nunmehr von stabilen Marktverhältnissen auszugehen.
Grafiken zum Magdeburger Grundstücksmarkt

Der Magdeburger Markt für bebaute Grundstücke
Das Segment für bebaute Grundstücke erzielte 2000 ein Transaktionsvolumen in Höhe von rd. DM 473 Mio. (1999: DM 635 Mio.).
- Nach Analysen von AENGEVELT-RESEARCH entfielen dabei auf den Bereich der Mehrfamilienhäuser rd. DM 45 Mio. Dies entspricht in etwa einem Drittel des Vorjahresergebnisses (1999: DM 125 Mio.). Damit verzeichneten die Mehrfamilienhäuser innerhalb des Segmentes für bebaute Grundstücke den stärksten Rückgang.
Hintergrund hierfür war u.a. eine Konzentration des Verkaufsgeschehens auf unsanierte Bestandsobjekte aus den 30er Jahren. Allein AENGEVELT vermittelte in diesem Segment Wohnanlagen mit mehr als 1.000 Wohnungen und einer Wohnfläche von über 50.000 m².
Der mittlere Kaufpreis für den gesamten Teilmarkt gab auf DM 632,-/m² nach (1999: DM 1.329,-/m²), während sich die Kaufpreisspanne für unsanierte Objekte deutlich auf DM 450,- bis 600,-/m² erhöhte (1999: DM 250,- bis 500,-/m²). Nach erfolgreicher Sanierung sind für diese Objekte Verkaufspreise zwischen DM 2000,- und 2.700,-/m² erzielbar.
- Im Segment Ein- und Zweifamilienhäuser fiel der Umsatzrückgang deutlich geringer aus. Hier übertraf das Transaktionsvolumen nach Berechnungen von AENGEVELT-RESEARCH mit rd. DM 106 Mio. wieder die Marke von DM 100 Mio. (1999: rd. DM 119 Mio.)
Auch der mittlere Preis für neugebaute freistehende Einfamilienhäuser veränderte sich in Magdeburg nur leicht auf rd. DM 3.326,-/m² Wohnfläche (1999: DM 3.450,-/m²). Im Umland erhöhte sich dagegen der Verkaufswert um rd. DM 427,- auf DM 2.972,-/m² Wohnfläche. Im Segment Reihenhäuser und Doppelhaushälften stellt sich der durchschnittliche Verkaufspreis für Neubauobjekte in Magdeburg nahezu konstant auf DM 3.193,-/m² Wohnfläche (1999: DM 3.227,-/m²), während im Umland die Preise bei deutlich niedrigerem Niveau leicht auf DM 2.324,-/m² (1999: DM 2.438,-/m²) nachgaben.
Grafik zum Magdeburger Markt für Ein- und Zweifamilienhäuser
- Der Bereich Gewerbeimmobilien und sonstige bebaute Liegenschaften erzielte 2000 nach Analysen von AENGEVELT-RESEARCH einen Geldumsatz von rd. DM 322 Mio. (1999: ca. DM 391 Mio.). Damit liegt das Ergebnis rd. 18% unter dem Vorjahreswert.

Prognose AENGEVELT-RESEARCH:

- Im Segment der Mehrfamilienhäuser bleibt das Interesse von Projektentwicklern und Investoren an unsanierten Mehrfamilienhäusern und Wohnanlagen angesichts attraktiver Gewinnmargen und mittelfristig noch deutlich steigerbarer Renditen von anfänglich 5 bis 6% auch 2001 weiterhin hoch. Allein AENGEVELT hat in diesem Jahr bereits Wohnanlagen mit rd. 1.400 Wohnungen vermittelt.
Das Erwerberinteresse konzentriert sich dabei auf gewachsene Stadtquartiere in guten bis sehr guten innerstädtischen Lagen. Insgesamt ist in diesem Segment von einem stabilen Marktgeschehen auszugehen.
- In den Bereichen Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Gewerbe- und sonstige bebaute Liegenschaften wird sich der Umsatzverlauf voraussichtlich ebenfalls auf Vorjahresniveau stabilisieren.


Der Magdeburger Markt für unbebaute Liegenschaften
Grafik zum Magdeburg Markt für unbebaute Grundstücke

Im Bereich unbebauter Liegenschaften wurden 2000 bei einem gegenüber dem Vorjahr um rd. 16% gestiegenen mittleren Preisniveau Liegenschaften im Wert von insgesamt DM 119 Mio. verkauft (1999: DM 153 Mio.). Der Flächenumsatz sank auf 204 ha (1999: 307 ha).
Der Hauptanteil des Verkaufsgeschehens entfiel dabei mit 850 Erwerbsvor-gängen bzw. 67% aller Grundstücksverkäufe (1.268) auf Wohnbaulandflächen und davon wiederum mehr als 90% auf Grundstücke für den individuellen Wohnungsbau.
Insbesondere für neuerschlossenes Bauland stieg im Magdeburger Stadtgebiet das Preisniveau für Einfamilienhausgrundstücke im Mittel um 21% auf DM 211,-/m² (1999: DM 179,-/m²). Die Preise für Mehrfamilienhaus- und Gewerbegrundstücke gingen dagegen auf DM 197,-/m² (1999: DM 270,-/m²) bzw. DM 70,-/m² (dienstleistungsgenutztes Bauland) und DM 47,-/m² (Nutzung durch produzierendes Gewerbe) zurück (1999: DM 111,- bzw. DM 81,-/m²).

Prognose AENGEVELT-RESEARCH:
Die durchgängige Marktkonsolidierung erfasste auch den Bereich der unbebauten Grundstücke. Für 2001 ist von einem vergleichbaren Jahresumsatz auszugehen.

Der Magdeburger Markt für Wohn- und Teileigentum
Im Segment Wohn- und Teileigentum verzeichnete der Magdeburger Immobilienmarkt mit einem Transaktionsvolumen von rd. DM 129 Mio. den deutlichsten Umsatzrückgang (61% gegenüber 1999: DM 331 Mio.). Auch die Zahl der Kauffälle lag mit 958 deutlich unter dem 99er Wert (1.753). Diese Konsolidierung war indessen angesichts des Wegfalls massiver steuerlicher Anreize keine Überraschung.
- Dabei gab der mittlere Verkaufspreis für Neubauwohnungen gegenüber 1999 lediglich um moderate 5% auf DM 3.351,-/m² (1999: DM 3.546,-/m²) nach. Für sanierte Altbauwohnungen ging der durchschnittliche Preis im Vorjahresvergleich sogar nur um gut 2% auf DM 2.860,-/m² (1999: DM 2.928,-/m²) zurück.
Grafik zum Magdeburger Markt für Wohn- und Teileigentum

Prognose AENGEVELT-RESEARCH:
Nach den steuerbedingten Überhitzungen und Marktverzerrungen der letzten Jahre prognostiziert AENGEVELT-RESEARCH für das Segment Wohn- und Teileigentum analog zu den anderen Teilbereichen für 2001/2002 eine fortschreitende Stabilisierung sowohl hinsichtlich der Umsätze als auch der Preisentwicklung.


Der Magdeburger Büromarkt
Grafiken zum Magdeburger Büromarkt

Im Jahr 2000 wurde am Magdeburger Büromarkt ein Umsatz von rd. 41.000 m² Bürofläche erreicht, davon rd. 20.000 m² durch Eigennutzer (z.B. Arbeitsamt). Gegenüber 1999 (ca. 30.000 m²) bedeutet dies einen Anstieg um rd. 37%.
Für 2001 prognostiziert AENGEVELT-RESEARCH wiederum einen soliden Flächenumsatz von 25.000 bis 30.000 m², der fast ausschließlich durch Vermietungen erfolgt und damit eine erneute Steigerung in diesem Segment bedeutet. Bereits im ersten Quartal 2001 registrierte AENGEVELT-RESEARCH mit rd. 8.000 m² vermieteter Bürofläche eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahreszeitraum (rd. 4.000 m²). Davon vermittelte allein AENGEVELT im genannten Zeitraum rd. 4.000 m² Bürofläche, u.a. 3.000 m² an eine private Bildungseinrichtung. Eine steigende Nachfrage verzeichnet AENGEVELT insbesondere seitens öffentlicher Institutionen und Einrichtungen, die aufgrund von Umstrukturierungen zumeist Flächenerweiterungen planen.

Angebotsreserve
Der marktfähige Sockel der Angebotsreserve stellt sich Anfang 2001 auf rd. 145.000 m² Bürofläche bzw. eine Quote von rd. 15,5% des Gesamtbestandes (rd. 935.000 m²). Der Hauptanteil befindet sich dabei mit rd. 68.000 m² in den Citybereichen, davon rd. 30.000 m² im "City-Carrée". Auf den Cityrand entfallen ca. 41.000 m² und auf Nebenlagen rd. 36.000 m². Für 2001 prognostiziert AENGEVELT-RESEARCH einen weiteren Abbau der Angebotsreserve auf rd. 125.000 m² bzw. 13,4% des Gesamtbestandes.

Büroflächenumsatz nach Lagen, Branchen und Größen
Schwerpunkt des Marktgeschehens waren 2000 die Cityrandbereiche mit einem Flächenabsatz von rd. 22.000 m² bzw. einem Umsatzanteil von 54%. Auf die City entfielen rd. 17.000 m². Dies entspricht einer Quote von 41%, 1999 waren es noch rd. 70%. Neben- und sonstige Lagen spielten mit einer Umsatzleistung von 2.000 m² eine nur untergeordnete Rolle. Hauptnachfragegruppe waren öffentliche Institutionen, gefolgt von unternehmensbezogenen und privaten Dienstleistern.
Der Umsatzschwerpunkt lag mit über 70% (1999: ca. 50%) im Bereich der kleineren bis mittleren Büroeinheiten bis 500%. Allein im Segment 250 bis 500 m² wurden rd. 41% des gesamten Flächenumsatzes kontrahiert (1999: 20%). Die Umsatzquote größerer Büroflächen (> 500 m²) erreichte im Jahr 2000 einen Wert von 28% (1999: 50%).
Die genannten Nachfragetrends setzen sich nach Beobachtungen von AENGEVELT-RESEARCH auch 2001 fort.

Mietpreisniveau
Das Preisniveau für Büroflächen blieb 2000 auf mieterfreundlichem Niveau weitgehend stabil. Die stadtweit gewichtete Durchschnittsmiete liegt wie im Vorjahr bei DM 14,-/m². In der City werden im Mittel wie in 1999 aktuell rd. DM 15,- /m² erzielt. Das durchschnittliche Mietpreisniveau in Nebenlagen bewegt sich um DM 9,-/m². Die gewichtete Spitzenmiete für Top-Objekte gab 2000 allerdings nochmals nach und stellt sich auf DM 18,-/m² (1999: DM 20,-/m²). Hier ist indessen die Talsohle erreicht:
Für 2001 geht AENGEVELT-RESEARCH von einem stabilen Mietpreisniveau mit leichten Steigerungstendenzen bei erstklassigen City-Objekten aus.


Der Einzelhandelsmarkt in Magdeburg
Grafiken zum Magdeburger Einzelhandelsmarkt

In der Region Magdeburg stieg bei einer Einwohnerzahl von rd. 610.000 das einzelhandelsrelevante Kaufkraftvolumen in 2000 gegenüber dem Vorjahr um 5% auf rd. DM 5,7 Mrd. (1999: DM 5,5 Mrd.). Davon entfallen allein auf die Landeshauptstadt etwa DM 2,25 Mrd. bzw. 40%.
Gleichzeitig weist Magdeburg mit einem Zentralitätsniveau (Relation der Kaufkraftströme zwischen Stadtgebiet und Umland) von 121 (z.Vgl.: Berlin: 106; Frankfurt/M. 116; Hamburg: 118) eine ausgesprochen hohe Kaufkraftbindung auf und bestätigt damit ihre Bedeutung als führender Einzelhandelsstandort der Region.
Der Verkaufsflächenbestand liegt aktuell bei 582.000 m². Dies entspricht ca. 2,5 m² je Einwohner und liegt deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 1,2 bis 1,3 m² (z.Vgl.: Leipzig: 1,3 m²; Potsdam: 1,3 m²; Berlin: 1,2 m²). Auf die Magdeburger City entfallen mit rd. 116.000 m² VK etwa 20% des Bestandes.

Mietpreise für Einzelhandelsflächen
Das Mietpreisniveau für Einzelhandelsflächen blieb gegenüber 1999 stabil. So erzielen Ladenlokale (EG, < 100 m²) in 1a-Lage (u.a. "Allee-Center", "Ulrichshaus") unverändert Mieten zwischen DM 90,- und 120,-/m². Für das laufende Jahr sind hier stabile bis leicht steigende Werte zu erwarten. Dem 1a-Preisniveau lassen sich auch die im Zuge der Neubebauung des "Marietta-Blocks" entstehenden Verkaufsflächen im Büro- und Geschäftshaus "Breiter Weg 23-26" zuordnen.
Für Ladengeschäfte bis 100 m² des fertiggestellten ersten Bauabschnitts "Breiter Weg/Nordabschnitt" variieren die Mieten zwischen ca. DM 50,- und 80,-/m². Hier stellte AENGEVELT bereits vor Fertigstellung die Vollvermietung der insgesamt 11.000 m² Verkaufsfläche her.
Im Bereich des zweiten Bauabschnitts "Breiter Weg/Westseite" zeichnet sich für entsprechende Verkaufsflächen ein Mietpreisniveau von DM 35,- bis 50,-/m² ab.
An 1b-Standorten (z.B. "City-Carrée", "Leiterstrasse") reicht die Mietpreisspanne in Abhängigkeit von Größe und Mikrolage von DM 18,- bis 50,-/m², in Einzelfällen bis zu DM 60,-/m².
Die Mieten für großflächige Fachmärkte in Nebenlagen bzw. an Ausfallstrassen bewegen sich mit Werten zwischen DM 11,- und 18,-/m² deutlich unter innerstädtischen Mietniveau.
Für 2001/2002 zeichnet sich am Magdeburger Einzelhandelsmarkt eine insgesamt stabile Mietpreissituation ab. Lediglich in Rand- und Nebenlagen ist analog zum bundesweiten Trend mit zunehmenden Mietdruck zu rechnen.

Fazit:
Der Anfang der 90er Jahre eingeleitete Strukturwandel der in der Vergangenheit überwiegend industriell geprägten Region Magdeburg zu einem der führenden diversifizierten Wissenschafts-, Forschungs- und Tourismusstandorte Mitteldeutschlands schreitet zügig voran. Gleichzeitig festigt sie ihre Position als regionales Wirtschaftszentrum. Dabei gehen insbesondere von Magdeburg als Landeshauptstadt und Sitz zahlreicher bedeutender behördlicher Institutionen, universitärer Einrichtungen und privatwirtschaftlicher Unternehmen wichtige Impulse für die erfolgreiche Entwicklung des Gesamtraumes aus.
Hiervon profitieren auch die Immobilienmärkte. Mit der nun eingetretenen Stabilisierung befindet sich die Region Magdeburg angesichts ihrer hervorragenden Rahmenbedingungen in einer exzellenten Ausgangsposition für die Erschließung ihrer vielfältigen immobilienwirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten. AENGEVELT-RESEARCH resümiert:
Die Region Magdeburg hat Potential und Zukunft!


Weitere Informationen:
AENGEVELT IMMOBILIEN KG
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