Berlin, 28. September 2001

AENGEVELT-RESEARCH: Bilanz III. Quartal 2001

Berlin: gebremstes Büromarktgeschehen in 2001

Im ersten Halbjahr 2001 erreichte der Berliner Büromarkt mit einer Absatz-leistung von rd. 165.000 m² noch das Vorjahresniveau. (1.HJ 2000: rd. 160.000 m²). Ende September 2001 liegt der Büroflächenumsatz mit rd. 290.000 m² indessen knapp ein Fünftel unter dem Vorjahreswert (Ende Sept. 2000: 360.000 m²).

Ausschlaggebend für diese Entwicklung ist die im Vorjahresvergleich rückläufige Büroraumnachfrage insbesondere seitens Unternehmen der Telekommunikations-Branche und des Finanzsektors.

Vor diesem Hintergrund prognostiziert AENGEVELT-RESEARCH für Berlin bis zum Jahresende 2001 einen Büroflächenumsatz von lediglich 420.000 bis 450.000 m², der damit deutlich unter dem Vorjahresergebnis bleibt (2000: 520.000 m²).

Büroflächenumsatz nach Branchen und Lagen

Hauptnachfragegruppe am Berliner Büromarkt bleibt der Bereich I&K und Medien mit einem Umsatzanteil von aktuell 36% (Ende 2000: rd. 32%).

Danach folgen die unternehmensbezogenen Dienstleister mit einer Quote von 28% (Ende 2000: 23%). Hier sind vor allem Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer und Kanzleien am Markt aktiv.

Der Anteil des öffentlichen Sektors (inkl. Organisationen ohne Erwerbs-zweck) bleibt in diesem Jahr mit rd. 25% hoch. Ausschlaggebend dafür war insbesondere der Großmietabschluss über ca. 18.000 m² Bürofläche durch den Gewerkschaftsverbund VERDI.

Deutlich abgeschwächt hat sich dagegen das Umsatzgeschehen seitens des Finanzsektors mit einem Anteil von lediglich 5% (Ende 2000: 14%).

Einer der räumlichen Schwerpunkte des Büroflächenumsatzes ist auch Ende September 2001 die City in der historischen Mitte (inkl. Potsdamer Platz) mit bisher ca. 57.000 m². Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Anteil aller-dings von 31% auf aktuell 20% reduziert. Davon entfällt rund die Hälfte auf das neue Stadtquartier Potsdamer-/Leipziger Platz. Dagegen stieg der An-teil der City-West in den ersten neun Monaten diesen Jahres deutlich auf rd. 38.000 m² bzw. 13% des Büroflächenumsatzes (Ende 2000: 5%). Die City-randbereiche erhöhten ihren Anteil mit einem Umsatz von ca. 58.600 m² Bürofläche ebenfalls gegenüber dem Vorjahr auf rd. 20% (Ende 2000: 17%), ebenso wie die sonstige Innenstadt, die mit einem Umsatz von bisher rd. 98.000 m² eine Quote von knapp 34% erzielt. Die Quote der äußeren Stadträume hat sich dagegen erwartungsgemäß mit ca. 38.000 m² auf 13% reduziert (Ende 2000: 21%).

Angebotsreserve und Fertigstellungsvolumen

Der kontinuierliche Abbau des Angebotssockels an Büroflächen setzt sich nach Beobachtungen von AENGEVELT-RESEARCH in der Bundeshauptstadt – wenn auch verlangsamt - fort: aktuell stellt sich die kurzfristig verfügbare Angebotsreserve auf rd. 1,3 Mio. m² Bürofläche. Dies entspricht einer Leerstandsquote von etwa 7,5% des Gesamtbestandes. Ende 2000 waren es noch rd. 8,4% bzw. 1,45 Mio. m² Bürofläche.

Bis zum Jahresende prognostiziert AENGEVELT-RESEARCH einen weiteren Abbau der Angebotsreserve auf 1,25 Mio. m² Bürofläche bzw. eine Quote von 7,2% des Gesamtbestandes.

Hintergrund hierfür ist ein hoher Vorvermietungsstand der auf den Markt kommenden Büroflächen bei einem gleichzeitig rückläufigen Fertigstellungs-volumen: So ist bei den in 2001 neu auf den Markt kommenden Mietflächen (rd. 240.000 m²) bei einem mittleren Belegungsniveau von rd. 54% bereits ein beachtlicher Anteil vorvermietet.

Insgesamt wird sich das Fertigstellungsvolumen in 2001 auf ca. 335.000 m² Bürofläche belaufen, davon ca. 95.000 m² für Eigennutzer (2000: ca. 545.000 m², davon rd. 186.000 m² für Eigennutzer). 2002 werden nach bisherigem Kenntnisstand insgesamt 290.000 m² neuer Bürofläche fertig-gestellt.

Mietpreisniveau

Die gewichtete Spitzenmiete erhöhte sich in Berlin – wie von AENGEVELT-RESEARCH prognostiziert - gegenüber Ende September 2000 um ca. 9% auf aktuell rd. DM 60,--/m².

Das mittlere Mietniveau in Citylagen stellt sich Ende September 2001 auf rd. DM 40,-/m². Dabei bewegt sich das Mietniveau in der historischen Mitte derzeit stabil in einer mittleren Mietpreisspanne von DM 35,- bis 50,-/m². Im Bereich der City-West ziehen die Mietpreise an. Im Durchschnitt wurden hier nach Beobachtungen von AENGEVELT-RESEARCH in 2001 ca. DM 35,-/m² er-zielt, in der Spitze bereits wieder Werte bis zu DM 43,-/m².



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