Düsseldorf, 22 August 2001

Der Düsseldorfer Markt für Büro- und Gewerbeimmobilien:
Die Zukunft liegt im Norden


Grafiken zum Düsseldorfer Markt für Büro- und Gewerbeimmobilien

Aktuelle Situation
Der Umsatzboom für Büroflächen hält auch im Jahr 2001 in der Region Düsseldorf an. Dies bestätigt die im ersten Halbjahr erzielte Gesamtvermietungsleistung von ca. 135.000 m² Bürofläche (1. HJ 2000: ca. 100.000 m²). In der zweiten Jahreshälfte stehen bei einer insgesamt anhaltenden Nachfrage weitere Großmietabschlüsse insbesondere seitens unternehmensbegleitender Dienstleister an. Entsprechend prognostiziert AENGEVELT für das Gesamtjahr 2001 einen Büroflächenumsatz von wiederum mindestens 300.000 m² (2000: 359.000 m²).

Gleichzeitig sinkt das kurzfristig verfügbare Angebot an Büroflächen weiter: die Leerstandsquote stellte sich Ende 2000 auf 4,8% bzw. 238.000 m², zur Jahresmitte 2001 betrug sie nur noch 3,8% bzw. 192.000 m². Bis zum Jahresende prognostiziert AENGEVELT eine Quote von 3,7%. Bei den Büromieten verzeichnet Düsseldorf zur Jahresmitte 2001 den bundesweit stärksten Anstieg für Citylagen um 9% auf durchschnittlich DM 38,-/m² (Mitte 2000: DM 35,-/m²). Auch die gewichtete Spitzenmiete hat sich um 8% auf aktuell DM 43,-/m² erhöht (Mitte 2000: DM 40,-/m²), wobei im Citykern (Königsallee und Bankenviertel) bereits Anfang des Jahres Mietpreise von bis zu DM 50,-/m² erzielt wurden.

Zukünftiger Entwicklungsschwerpunkt: der Norden Düsseldorfs
Angesichts einer anhaltenden Nachfrage nach Büroflächen in der Region Düsseldorf und einer weiter sinkenden Angebotsreserve ist das Interesse nationaler und internationaler Investoren und Developer am Standort groß. Aktuelles Beispiel ist das Büroprojekt "Benrather Karrée" der amerikanische Hines-Gruppe im Bankenviertel mit über 30.000 m² BGF und einem Investitionsvolumen von rd. DM 300 Mio.. Allerdings sind entsprechende Entwicklungsflächen im Citybereich knapp, aber auch in etablierten Bereichen wie z.B. dem linksrheinischen "Seestern" gehen die Flächenreserven zur Neige.

Vor diesem Hintergrund gewinnt der Norden Düsseldorfs zunehmend an Bedeutung: allein hier befinden sich knapp 100 ha der von der Stadt Düsseldorf ausgewiesenen 106 ha Gewerbeflächen (GE), die vorzugsweise für eine Büronutzung in Frage kommen. Dazu zählen z.B. das ehemalige Polizeikasernen-Gelände NRW in der Tannenstrasse mit rund 4,3 ha, das Rheinmetallgelände an der Rather Strasse mit rund 8,3 ha, das "Mörsenbroicher Ei" mit knapp 5 ha. Weiterer Schwerpunkt ist das Kaufring-Areal am Kieshecker Weg in Lichtenbroich mit rund 15,5 ha sowie zusätzliche Flächen im Bereich des Flughafengeländes. Die größten zusammenhängenden Flächenpotentiale bietet Rath: hier befindet sich das ehemalige Mannesmann-Gelände, das allein über eine Grundstücksfläche von 63 ha verfügt und zur Neuentwicklung ansteht. Hinzu kommen nochmals rund 3,5 ha an der Selbecker Strasse. Hier steht nach langen Planungsquerelen die Umstrukturierung des ehemaligen Produktionsstandortes zu einem modernen Dienstleistungszentrum in Ergänzung zu dem bestehenden "Bürocenter Nord" vor der Genehmigung.

Insgesamt verfügt Düsseldorfs Norden langfristig über ein zusätzliches Flächenpotential von rund 1,4 Mio Quadratmeter BGF - vorwiegend für Büronutzungen. Dies entspricht mehr als einem Fünftel des gegenwärtigen Gesamtbestandes an Büroflächen in Düsseldorf (ca. 5,05 mio. m²) und verdeutlicht die Zukunftsperspektiven des Düsseldorfer Nordens.

In Ratingen sind aufgrund seiner City-Nähe und der exzellenten Anbindungen an die Landeshauptstadt und den Flughafen weitere bis zu 180.000 BGF zu berücksichtigen, die aus Flächenstillegungen stammen und in den nächsten Jahren in Ratingen anstehen. Mit Vollendung der neuen Rheinquerung der A44 wird zudem das Entwicklungsgebiet Krefeld-Fichtenhain besonders konkurrenzfähig: Düsseldorf-Nord und der Flughafen sind von dort binnen 10 Fahrminuten erreichbar.

Düsseldorfs Norden: enormes Potential. Und die Nachfrage?
Im ersten Halbjahr 2001 entfiel auf das nördliche Stadtgebiet von Düsseldorf mit rund 28.000 m² Bürofläche ein Anteil von über 20 Prozent an der Gesamtvermietungsleistung. Gleichzeitig wurde damit bereits zur Jahresmitte das Gesamtvolumen des Vorjahres in diesem Bereich (ca. 27.000 m²) übertroffen. Bis zum Jahresende geht AENGEVELT von einem Büroflächenumsatz von über 40.000 m². Hinzu kommen dann nochmals rund 25.000 m² Bürofläche in Ratingen (2000: ca. 15.000 m²). Insgesamt belegen die Zahlen den Aufwärtstrend des Düsseldorfer Nordens.

Hauptnachfragegruppen für Büroflächen in diesem Bereich der Region Düsseldorf sind vor allem die Telekommunikations- und IT-Branche, Softwareunternehmen, Vertriebs- und Handelsgesellschaften und u.a. für den Flughafen tätige Servicedienstleister.
Für diese Branchen sind insbesondere die Verfügbarkeit großer Flächen mit Expansionsmöglichkeiten, die hervorragende Infrastruktur mit direkter Anbindung an die Autobahn und die Nähe zum Flughafen entscheidende Standortkriterien. Auch das Mietpreisniveau ist insbesondere für die Ansiedlung flächenintensiver back office- und Support-Kapazitäten von Bedeutung: dieses bewegt sich an den verschiedenen Standorten im Norden Düsseldorfs in einer Spanne von DM 24,- bis knapp 30,-/m² und liegt damit deutlich unter der durchschnittlichen Mitte in Citylagen mit DM 38,-/m².

Für andere Unternehmensbereiche wie z.B. Beratungsgesellschaften und Finanzdienstleister ist dagegen die Nähe zur City ausschlaggebend. Hiervon profitiert u.a. der Bürostandort "Kennedydamm", der traditionell zur hochpreisigen nördlichen City zählt. Dies belegen u.a. die hier erzielten Neubaumieten von bis zu DM 36,-/m². Auch die steigenden Büroflächenumsätze bestätigen diesen Trend: der Büroflächenumsatz stieg nach rd. 8.500 m² in 1999 im letzten Jahr sprunghaft auf über 39.000 m². Im ersten Halbjahr 2001 wurde mit einer Vermietungsleistung von rd. 10.500 m² das Gesamtergebnis aus 1999 bereits übertroffen und wird sich bis zum Jahresende auf voraussichtlich über 25.000 m² belaufen.

Fazit:
Bei der zukünftigen Entwicklung des Büromarktes in der Region Düsseldorf wird der Norden eine herausragende Rolle spielen. Das Flächenpotential ist da, Nachfrage und interessierte Investoren bzw. Developer auch. Allerdings ist wie auch andernorts vor einer blindwütigen Bauwut zu warnen. Deshalb sind schlüssige Gesamtkonzepte mit einem gerade bei großflächigen Projekten wichtigen ausgewogenen Nutzungsmix aus Arbeiten, Wohnen, Dienstleistung und Einzelhandel sowie das richtige Timing unerlässlich. Untrüglich ist aber: die Zukunft liegt im Norden Düsseldorfs!


Weitere Informationen:

AENGEVELT IMMOBILIEN KG
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