01. Dezember 2000

Leipziger Büromarkt überraschend lebendig

Trotz erstklassiger Umsätze weiter ein Paradies für Mieter

Entgegen allen pessimistischen Einschätzungen wurden am Leipziger Büromarkt bis Ende November 2000 bereits knapp 90.000 mē Bürofläche umgesetzt, davon allein rund 30.000 mē in der neugeschaffenen "Media-City". Bis zum Jahresende wird sich der Gesamtumsatz nach Prognosen von AENGEVELT-RESEARCH auf mindestens 105.000 mē Bürofläche erhöhen und damit das Vorjahresergebnis (1999: ca. 75.000 mē) um 40 Prozent übertreffen. AENGEVELT erzielt dabei mit einer Vermietungsleistung von rund 25.000 mē ein Anteil von ca. 50 Prozent an den gesamten Maklervermittlungen.

Großmietabschlüsse erfolgten in diesem Jahr u.a. durch das Museum für Kunsthandwerk, das durch Vermittlung von AENGEVELT rund 6.600 mē am "Neumarkt" bezieht, durch die Bosch-Tochter Tenovis mit rund 2.000 mē im Sachsenpark und Radio PSR mit ca. 3.500 mē Bürofläche in der "Nonnenstraße". Als weiteres Medienunternehmen bezog außerdem das Sachsenfernsehen rund 1.600 mē Bürofläche im "Listhaus".

Auch wenn der Hauptumsatz nach wie vor durch innerstädtische Umsiedlungen erfolgt, verzeichnet Frau Dr. Elke Engel, Leiterin des Bereichs Gewerbliche Vermietung bei AENGEVELT Leipzig, inzwischen mit weit über einem Drittel der Büroflächenumsätze eine zunehmende Zahl von Neuansiedlungen insbesondere aus dem IT-Bereich verbunden mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze. Dazu zählen z.B. die Unternehmen Cable Wireless GmbH und die IBM-Tochter CSG mbH, die 1.600 mē bzw. 2.000 mē Fläche im "Atrium", einem Büro- und Geschäftshaus der DIFA in der Kohlgartenstraße, angemietet haben, die Wige mic Informationssysteme GmbH mit rund 2.800 mē Fläche in einem Objekt der Münchner Grund in Lütschena/Stahmeln, das Software-Unternehmen Carrier Vertriebsservices GmbH mit ca. 800 mē und der örtliche Netzanbieter HLKomm mit rund 600 mē Bürofläche in einem Gebäude der DIV am Martin-Luther-Ring sowie E-plus mit etwa 1.000 mē im "Listbogen" in der Kohlgartenstraße. Die Versicherung DAK konnte durch Vermittlung von AENGEVELT als Ankermieter mit rund 1.500 mē im "Europahaus" am Augustusplatz ebenfalls neu angesiedelt werden.

Trotz dieser positiven Umsatzentwicklung ist laut Dr. Engel aufgrund weiterer Flächenzugänge durch Sanierung und Neubau nur mit einem langsamen Abbau des hohen Angebotssockels von rund 800.000 mē Bürofläche (1999: ca. 820.000 mē) bzw. knapp 24% (1999: 25 Prozent) des gegenwärtigen Büroflächenbestandes von knapp 3,4 Mio. mē zu rechnen - zur Freude der Mieter. Denn für sie ist und bleibt Leipzig vor dem Hintergrund einer immer noch ungünstigen Nachfrage-Angebots-Relation im deutschlandweiten Preisvergleich ein Paradies: Selbst in top City-Objekten wie z.B. dem "Städtischen Kaufhaus" oder dem "Königshaus" am Augustusplatz werden für erstklassige Büroflächen maximal DM 20,00/mē erzielt, während die gewichtete Spitzenmiete mit rund DM 18,00/mē (zum Vgl. Nov. 1999: DM 19,-/mē) nochmals nachgegeben hat. Generell werden in der Innenstadt Mietpreise zwischen DM 13,50 und 16,00/mē erzielt, nach Beobachtungen von AENGEVELT-RESEARCH interessanterweise auch in ausgewählten Außenbezirken mit guter Infrastruktur und exzellenter Autobahnanbindung. Beispiele sind die "Maxi-milianallee" mit rund DM 16,00/mē sowie die "Gohlis-Arkaden" und die "Axis-Passage", wo bei einem sehr guten Vermietungsstand ebenfalls Mietpreise von DM 14,50/mē aufgerufen werden. Insgesamt ist indessen auch die stadtweit gewichtete Durchschnittsmiete für Büroflächen analog zum Spitzenmietpreis auf knapp DM 12,-/mē gesunken (zum Vgl. Nov. 1999: DM 12,40/mē).

Angesichts des Flächenüberangebots und eines noch immer rückläufigen Mietpreisniveaus betreiben deshalb viele Vermieter ein sogenanntes Leerstandsmanagement. Dahinter stehen neben anderen Zusatz- und Serviceleistungen z.T. extrem günstige Mietpreisangebote. Diese dann allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum, verbunden mit einer im Mietvertrag festgeschriebenen Staffelung bzw. Neuverhandlung der Mieten nach drei bis vier Jahren vor Wahrnehmung von Verlängerungsoptionen.

Fazit Dr. Engel: Trotz einer Belebung der Flächenumsätze bleibt der Leipziger Büromarkt auch im kommenden Jahr ausgesprochen mieterfreundlich. Einer der Gründe sind bei unverändert hohem Angebot nach wie vor fehlende Neuansiedlungen größeren Umfangs, auch wenn sich zunehmend positive Entwicklungen seitens innovativer Branchen wie der z.B. der Telekommunikation abzeichnen und damit die erfolgreiche Entwicklung Leipzigs zum modernen Medien-, Kommunikations- und Dienstleistungsstandort bestätigen.