Dr. Wulff Aengevelt, geschäftsführender Gesellschafter AENGEVELT IMMOBILIEN
Dr. Wulff Aengevelt
Nach den meisten Meldungen der letzten Wochen war das Immobilienjahr 2008 eine Katastrophe. Dass man zum Vergleich die zwei Rekordjahre 2006 und 2007 mit absoluten Ausnahmeergebnissen heranzieht, wird schnell übersehen. Verglichen mit 2007 fiel der Investmentumsatz im letzten Jahr in Deutschland nach vorläufigen Angaben mit rd. 52,5 Milliarden Euro tatsächlich um 55 Prozent geringer aus. Nimmt man indessen den Mittelwert der „normalen“ Jahre 2000 bis 2004 (rd. 49,6 Milliarden Euro), war 2008 deutlich umsatzstärker. Auch für Düsseldorf hat unser Haus deutliche Umsatzrückgänge am Investmentmarkt, insbesondere im gewerblichen Bereich, analysiert. Betrachtet man das Wohninvestmentsegment, ging das Transaktionsvolumen um rd. 22 Prozent von mehr als einer Milliarde Euro (2007 auf rd. 850 Millionen Euro zurück. Dennoch handelt es sich dabei um das zweitbeste Ergebnis der letzten fünf Jahre, also kein Grund zum Klagen.
Das Gleiche gilt für die Büromärkte: Der Büroflächenumsatz in den 15 kontinuierlich von DIP Deutsche Immobilien-Partner analysierten deutschen Büromärkten blieb mit rd. 3,76 Millionen Quadratmetern neun Prozent unter dem Wert aus 2007 (rd. 4,12 Millionen Quadratmeter) und ist dennoch ebenfalls das zweitbeste Ergebnis der letzten fünf Jahre. Ähnlich die Situation in der Region Düsseldorf: Hier lag der Büroflächenumsatz mit rd. 425.000 Quadratmetern zwar 17 Prozent unter dem Rekordwert des Vorjahres, ist indessen der zweithöchste Wert, der je erzielt wurde. Für 2009 prognostiziert unser Haus ein Umsatzvolumen, das mit rd. 390.000 Quadratmetern zwar erneut geringer ausfällt, das 10 Jahres-Mittel (340.000) jedoch erkennbar überflügelt.
Natürlich soll die momentane Marktsituation nicht mit diesen Zahlen verharmlost werden. Aber es gilt, nach vorne zu schauen und die vor uns liegenden Aufgaben konstruktiv und kreaktiv anzugehen und zu lösen. Das ist allemal das bessere Krisenmanagement als das gebetsmühlenartige „Herunterbeten“ von Horrorszenarien.