Cannes, 12.3.2009

Insgesamt erleben wir eine hohe Qualität und Seriösität der Gesprächspartner, für die deutlich mehr Zeit ist angesichts der prognosegemäß geringeren Zahl an Ausstellern und Fachbesuchern. Das ist gut, denn die Erwerbsinteressenten prüfen sorgfältiger und ohne Hektik und nutzen bewusst den Preisdruck insbesondere bei zu teuer eingekauften Objekten. Mit Erfolg: Ein Anbieter, der vor zwei Jahren ein Portfolio zu Höchstpreisen erworben hat, ist nun bereit, es für einen um 30% bis 40% reduzierten Preis wieder zu veräußern, weil er Liquidität dringend benötigt. Weiteres Beispiel: Ein Fonds erwirbt sein eigenes, vor zwei Jahren zum Top-Preis verkauftes Objekt nun 40% preiswerter.
Bei Objekten mit mittlerweile realistischen und marktangepassten Werten – in der Regel um 15 bis 20 Prozentpunkte unterhalb der Preise im Herbst 2007 – sieht unser Haus dagegen zeitnah den Abschluss der preislichen Bodenbildung. Hier stehen Investoren mit fundierten Erwerbsinteressen auf der MIPIM in den Startlöchern, um bei ausreichender Annäherung der beiderseitigen Preisvorstellungen ruhig und professionell beraten zu handeln.
Von der Größe her ist die diesjährige MIPIM in etwa wieder auf dem Niveau vor sechs, sieben Jahren angekommen, bevor in Süd- und West-Europa der „Hype“ losging. Anders als damals kommt es in diesem Jahr indessen zum Ausfall nahezu kompletter Länder: Spanier sind beispielsweise fast gar nicht in Cannes vertreten. Und auch die noch vor einem Jahr lautstarken Angelsachsen sind heuer deutlich leiser. Die Franzosen haben doppelt zu kämpfen: mit ihrer hausgemachten Wirtschaftstkrise und mit dem Besucher-Schwund an der Côte d’Azur. Die Skandinavier sind emsig wie immer. Und bei den russischen Ausstellern wird manch einer möglicherweise die ehemals große Zahl charmanter Hostessen vermissen.
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