Frankfurt/M., 31.3.2009
AENGEVELT-RESEARCH:
Konsolidierung am Frankfurter Markt für Büroflächen
Einzelhandelsmarkt Frankfurt/M. - 31.03.2009
Die in Frankfurt/M. erst ab dem dritten Quartal 2008 markant einsetzende Finanzkrise hinterließ am Büromarkt in 2008 noch keine dramatischen Spuren: Der Büroflächenumsatz (inkl. Eigennutzer) blieb mit rd. 494.000 m² lediglich 12% unter dem Vorjahreswert (2007: ca. 560.000 m²) und gerade einmal 5% unter dem Mittelwert der letzten zehn Jahre (524.000 m²).
• Auf Vermietungsleistungen entfielen rd. 469.000 m² (2007: rd. 516.000 m²), auf Eigennutzerentscheidungen rd. 25.000 m² (2006: ca. 44.000 m²).
Prognose 2009
• Für das Jahr 2009 prognostiziert AENGEVELT-RESEARCH ein rückläufiges Umsatzvolumen um 400.000 m² Bürofläche.
• Im ersten Quartal 2009 stellt sich der Büroflächenumsatz auf moderate rd. 54.000 m².Er liegt damit um rd. 45% unter dem Wert des Vergleichszeitraumes in 2008 (I.Q/2008: rd. 98.000 m²).
Im April steht dann der von der Commerzbank im Rahmen der Fusion mit der Dresdner Bank angekündigte und vorverhandelte Mietvertrag mit der Deutschen Bahn für die Dresdner Bank-Zentrale in Frankfurt (rd. 33.000 m²) im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn zur Entscheidung an. Positivenfalls könnte mit diesem Großabschluss das zweite Quartal 2009 deutlich dynamischer ausfallen als das erste.
• Ungeachtet dessen ist für 2009 angesichts einer verhalteneren Flächennachfrage und eines im Vergleich zu den beiden Vorjahren deutlich höheren disponiblen Fertigstellungsvolumens von einer negativen Nettoabsorption auszugehen.
• Damit einher geht ein moderater Wiederanstieg des marktfähigen Angebotssockels und des strukturellen Leerstandes. Insgesamt prognostiziert AENGEVELT-RESEARCH bis Ende 2009 eine auf 1,75 Mio. m² anziehende Angebotsreserve (Ende 2008: rd. 1,63 Mio. m²).
• Hinsichtlich der Mietpreise für nachfragegerechte Büroflächen erwartet AENGEVELT-RESEARCH in 2009 ein stagnierendes bzw. rückläufiges Mietpreisniveau insbesondere im Spitzensegment und prognostiziert einen Rückgang der gewichteten Spitzenmiete von rd. EUR 38,50/m²auf rd. EUR 35,-/m².
Differenzierte Nachfrage nach Branchen
In 2008 verzeichnete AENGEVELT-RESEARCH wie bereits 2007 eine wieder differenziertere Branchennachfrage am Frankfurter Büromarkt. Stärkste Nachfragegruppe waren dabei – anders als im Vorjahr - die Finanzdienstleister:
• Öffentliche Hand: rd. 21% (2007: 8%),
• Banken- und Finanzdienstleister: ca. 38% (2007: 30%),
• EDV / IT / Medien: rd. 12% (2007: 6%),
• unternehmensbezogene / soziale Dienstleistungen: rd. 17% (2007: 39%),
• sonstige Unternehmen (u.a. Handel, Verkehr): ca. 12% (2007: 17%).
City wieder stärker gefragt
Hinsichtlich der räumlichen Standortpräferenzen wurden im Jahr 2007 kleinräumig zum Teil recht deutliche Abweichungen gegenüber dem Vorjahrestrend erkennbar:
• So wurde 2007 im Citybereich ein Anteil von rd. 44% des gesamten Büroflächenumsatzes getätigt. Diese Umsatzquote ist ein Top-Ergebnis, das zuletzt nur in 2007 (52%) übertroffen wurde. Indessen ging dabei der Anteil des Bankenviertels markant von 10% in 2007 auf nur noch 2% in 2008 zurück.
• Die Cityrand-Bereiche verzeichneten einen Rückgang von rd. 24% auf rd. 16%. Der größte Flächenumsatz wurde hier mit etwa 15.000 m² durch die Oberste Finanzdirektion Hessen im MainTriangel in Sachsenhausen realisiert.
• Die peripheren Bürozentren Niederrad, Mertonviertel, Eschborn und Kaiserlei konnten ihren Marktanteil dagegen deutlich auf rd. 31% erhöhen (Vorjahreswert: ca. 19%).
•Auch die sonstigen Stadtteillagen bzw. Außenbereichen legten – wenn auch moderater – von rd. 6% in 2007 auf rd. 9% in 2008 zu.
Hohe Vorvermarktungsquoten
Die Investitionstätigkeit zum Neu-, Um- oder Ausbau von Büroflächen war 2008 in Frankfurt weiter rückläufig.
• 2007 reduzierte sich das Fertigstellungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr (rd. 195.000 m²) um 73% auf rd. 71.400 m².
• In 2008 ging das Fertigstellungsvolumen wie von AENGEVELT-RESEARCH prognostiziert nochmals drastisch zurück auf rd. 37.300 m².
• Für das Jahr 2009 ist dagegen nach derzeitigem Erkenntnisstand von einem wieder deutlich anziehenden Fertigstellungsvolumen von rd. 208.000 m² neuer Bürofläche auszugehen.
• Hiervonsind Anfang des Jahres bereits rd. 63% bzw. rd. 132.000 m² vorvermarktet.
Entwicklung Angebotsreserve
Der Abbau marktfähiger Büroleerstände hat sich wie von AENGEVELT-RESEARCH prognostiziert im Jahr 2008 fortgesetzt.
• Die kurzfristig verfügbare Angebotsreserve verringerte sich gegenüber dem Vorjahr merklich und liegt mit rd. 1,63 Mio. m² bzw. 13,9% des Gesamtbestandes von rd. 11,7 Mio. ca. 120.000 m² niedriger.
• Bis Ende 2009 prognostiziert AENGEVELT-RESEARCH indessen einen Wiederanstieg der globalen Angebotsreserve auf rd. 1,75 Mio. Bürofläche
Leerstandsdifferenzierung nach Marktwirksamkeit
• Die nominellen Leerstandsflächen bedürfen in Bezug auf ihre höchst differenzierte Marktwirksamkeit der analytischen Untersuchung und Qualifizierung. Hierzu entwickelte AENGEVELT-RESEARCH vor Jahren ARLEX (Aengevelt-Research LeerstandsindEX):
- So ist der nominelle Leerstand z.B. um die für das Funktionieren des Marktes notwendige regionalisierte Fluktuationsreserve zu bereinigen. Diese stellt sich aktuell auf rd. 609.000 m² (Anfang 2008: rd. 687.000 m².
- Dies gilt auch für die nur bedingt markwirksamen Untermietflächen bzw. latenten Leerstände, die sich auf aktuell rd. 150.000 m² stellen (Anfang 2008: rd. 200.000 m²).
- Allenfalls statistisch erfasst, aber nicht marktwirksam sind die strukturellen Leerstände. Dabei handelt es sich um Flächen in Gebäuden, die seit mindestens fünf Jahren zu mindestens 50% leerstehen. Auf diese Kategorie entfallen aktuell rd. 290.000 m² (Anfang 2008: rd. 310.000 m²).
- Unter Bereinigung der vorgenannten „unwirksamen“ Überhänge verbleibt in Frankfurt aus dem nominellen Gesamtleerstand von 1,63 Mio. m² lediglich ein marktwirksamer Leerstand von ca. 581.000 m² (Anfang 2008: rd. 553.000 m²).
• ARLEX zeigt eindeutig auf, dass die nominelle Leerstandsrate (13,9%) wie allerorten auch in Frankfurt lediglich marginale Aussagekraft hat. In Frankfurt stellt sich der um das mittelfristig absatzerforderliche Angebotsvolumen sowie strukturelle und latente Leerstände bereinigte und damit tatsächlich marktwirk-same Angebotsüberhang auf lediglich rd. 581.000 m² bzw. 5% des Büroflächenbestandes von rd. 11,7 Mio. m².
Stabil bzw. anziehendes Mietpreisniveau
• Die erzielte gewichtete Spitzenmiete (ca. 5% des Umsatzes) erhöhte sich von rd. EUR 37,00/m² im Jahr 2007 um rd. 4% auf ca. EUR 38,50/m² in 2008. Für 2009 prognostiziert AENGEVELT-RESEARCH indessen einen Rückgang des Spitzenmietpreisniveau um 9% auf rd. EUR 35,-/m².
• Auch in den Citylagen zog das mittlere Mietniveau von rd. EUR 23,00/m² im Jahr 2007 um ca. 4% auf rd. EUR 24,00/m² im Folgejahr an. AENGEVELT-RESEARCH geht hier für 2009 von einem leichten Rückgang aus.
• In den Cityrandlagen zogen die Mieten überdurchschnittlich um gut 7% von EUR 13,50/m² auf EUR 14,50, während sie in Stadtrandlagen stabil bei 11,-/m² blieben.
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