Frankfurt/M., 9.7.2009

Büromarkt Frankfurt/M.: Flächenumsatz, Angebotsreserve, gewichtete Spitzenmiete
Am Frankfurter Büromarkt wurde in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nach Analysen von AENGEVELT-RESEARCH ein Büroflächen-umsatz von rd. 212.000 m² erzielt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum (1. Hj. 2008: rd. 268.000 m²) bedeutet dies einen Rückgang um 21%.
Ohne die Anmietung der Deutschen Bahn AG (rd. 72.000 m²) hätte der Rückgang sogar 48% betragen.
Prognose 2009
• Für das Gesamtjahr 2009 prognostiziert Michael Fenderl, Leiter AENGEVELT-RESEARCH, einen Büroflächenumsatz um 400.000 m², der rd. 20% unter dem Vorjahresergebnis liegt (2008: rd. 494.000 m²). „Ungeachtet der Wirtschaftskrise ist kein stärkerer Einbruch des Flächenumsatzes zu erwarten. Vielmehr werden einige Unternehmen die aktuelle Marktsituation nutzen, um gezielt Flächenoptimierungen zur Kostenreduzierungdurchzuführen“, so Fenderl.
Verteilung der Büroflächenumsätze nach Branchen
• Im ersten Halbjahr 2009 präsentiert sich die Gruppe der sonstigen Unternehmen (u.a. Industrie, Handel, Transport) mit rd. 85.000 m² bzw. einem Anteil von 40% am Gesamtbüroflächenumsatz erstmals als stärkste Nachfragegruppe am Frankfurter Büromarkt (1. Hj. 2008: 15%; 1.Hj. 2007: 17%). Dies resultiert aus der diesjährigen Anmietung der Frankfurter Dresdner Bank-Zentrale durch die Deutsche Bahn AG.
• Der Marktanteil der in den Vorjahren zumeist dominierenden Nachfragegruppe des Banken- und Versicherungssektors sank auf rd. 49.000 m² bzw. einen Anteil von 23% (1. Hj. 2008: 46%).
• Die Marktquote von Unternehmen der Kommunikations-/IT-Branche war ebenso stark rückläufig und erreichte mit rd. 6.500 m² lediglich 3% bzw. (1. Hj. 2008: 11%).
• Eine Erhöhung des Marktanteils konnte bei der Nachfragegruppe der unternehmensbezogenen und sozialen Dienstleister analysiert werden. Hier stieg die Quote auf ca. 27% bzw. rd. 57.000 m² (1. Hj. 2008: 16%).
• Unternehmen der öffentlichen Hand konnten ihre Marktquote im ersten Halbjahr 2009 gegenüber dem Vorjahreszeitraum nicht halten. Sie reduzierte sich mit rd. 14.500 m² auf ein für Frankfurt übliches niedriges Niveau von 7% (1. Hj. 2008: 12%).
Verteilung der Büroflächenumsätze nach Lagen
Hinsichtlich der räumlichen Standortpräferenzen analysiert AENGEVELT-RESEARCH im ersten Halbjahr 2009 den Umsatzschwerpunkt im Central Business District (CBD) mit rd. 135.500 m² bzw. 64% des gesamten Büroflächenumsatzes (1. Hj. 2008: 31%).
• Der Marktanteil des Bürobezirks West (u. a. Gallus, Rödelheim) hat sich gegenüber dem Vergleichszeitraum von 3,6% (1. Hj. 2008) auf 7,7% (= rd. 16.300 m²) Ende Juni 2009 verdoppelt. Die Anteilsquote des Bürobezirks Süd (Sachsenhausen) halbierte sich von 5,5% auf 2,6% (= rd. 5.500 m²).
• Der Marktanteil der Bürozentren (Niederrad, Eschborn, Kaiserlei) ist von überdurchschnittlichen 49% Mitte 2008 auf nunmehr marktkonforme rd. 16% (= rd. 34.000 m²) gesunken. 2008 hatte die Anmietung der Deutschen Börse AG zu dem überproportionalen Anteil Eschborns am Gesamtflächenumsatz in der Region Frankfurt geführt.
Erhöhte Fertigstellung und steigende Vorvermietungsquoten
Die Investitionstätigkeit zum Neu-, Um- oder Ausbau von Büroflächen ist in Frankfurt trotz Wirtschaftskrise deutlich angestiegen.
• In 2008 ging das Fertigstellungsvolumen nach rd. 71.400 m² in 2007 wie von AENGEVELT-RESEARCH prognostiziert weiter zurück auf rd. 37.300 m².
• 2009 werden voraussichtlich ca. 215.000 m² neuer Bürofläche fertiggestellt. Hiervon waren Anfang dieses Jahres bereits 63% vergeben, d. h. lediglich 37% bzw. rd. 80.000 m² waren noch disponibel.
Erhöhung der Angebotsreserve
• Die kurzfristig verfügbare Angebotsreserve (bezugsfähig innerhalb von drei Monaten) hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt um rd. 1% auf aktuell rd. 1,67 Mio. m² erhöht (Ende Juni 2008: rd. 1,65 Mio. m²).
• Die Leerstandsquote bleibt stabil bei 14,1%.
• Damit rangiert Frankfurt hinsichtlich des absoluten Angebotssockels an zweiter Position in Deutschland hinter München (1,72 Mio. m² bzw. 9,1%) und noch vor Berlin (1,46 Mio. m² bzw. 8,2%).
• Bis Ende 2009 prognostiziert AENGEVELT-RESEARCH eine weitere Erhöhung der Angebotsreserve auf rd. 1,75 Mio. Bürofläche bzw. eine Leerstandsquote von 14,7%.
Sinkende Mietpreise
Bei den Mieten zeigt sich die Frankfurter Marktentwicklung im Abschwung:
• Die gewichtete Spitzenmiete gab gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt um 4% auf ca. EUR 36,-/m² nach (Ende Juni 2008: rd. EUR 37,50/m²).
• Auch die mittleren Mieten im CBD gingen um etwa 8% auf rd. EUR 21,50/m² zurück (Ende Juni 2008: rd. EUR 23,50/m²).
• Für 2009 rechnet Michael Fenderl angesichts steigender Fertigstellungsvolumina und einer zurückhaltenden Nachfrage mit einem anhaltenden Mietpreisdruck vor allem im Spitzensegment. AENGEVELT-RESEARCH prognostiziert entsprechend bis zum Jahresende 2009 eine weitere Reduzierung der nominellen Spitzenmiete auf EUR 35,-/m². Real werden sie aufgrund zunehmend gewährter Incentives voraussichtlich noch stärker nachgeben.
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