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Im Fokus der Experten: Immobilienkrise und Immobilienchancen in Deutschland
Presse

Wiesbaden/Düsseldorf, 19.6.2009

Vielbeachtete Fachveranstaltung “Business & Talk by AENGEVELT“:
Im Fokus der Experten: Immobilienkrise und Immobilienchancen in Deutschland




Vortrag Dr. Jörg Krämer, Commerzbank AG

Vortrag Prof. Dr. Karl-Werner Schulte, IRE/BS

Vortrag Dr. Benedikt Kiesl, Eurohypo AG

Vortrag Stefan Ziegler, KGAL

Vortrag Michael Ullmann, ORLANDO REAL ESTATE GmbH

Vortrag Alexander von Boehm-Bezing, Sal. Oppenheim

Am 15. Juni 2009 trafen sich mehr als 200 Immobilien-Experten in Wiesbaden, um sich im Rahmen der Fachveranstaltung “Business & Talk by AENGEVELT: Immobilienkrise – Immobilienchancen?“ mit Situation und Perspektiven am deutschen Immobilienmarkt auseinanderzusetzen.
Die Themen der hochkarätigen Referenten und Diskutanten reichten von der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung über Möglichkeiten der Fremdfinanzierung, aktuelle Angebots-/Nachfrage-Relationen und Anlagestrategien verschiedener Investoren-Gruppen bis hin zur zukünftigen Bedeutung von Green Buildings und der Sicht ausländischer, am deutschen Markt engagierter Investoren.
Ungeachtet des von Dr. Jörg Krämer, Chefsvolkswirt der Commerzbank AG, bis zum Herbst 2009 in Aussicht gestellten Endes der Rezession wurde der unverändert hohe Orientierungs- und Informationsbedarf der Teilnehmer und die immer noch nicht abgeschlossene Annäherung von Käufern, Verkäufern und finanzierenden Banken deutlich.
„Bei allen Unsicherheiten und komplexen Aufgaben stürzt uns die Krise nicht ins Chaos, sie eröffnet vielmehr die Chance auf Ordnung und Normalität“, so das insgesamt positive Fazit von Dr. Wulff Aengevelt.

Der erste Vortragsblock „Wo steht der deutsche Immobilienmarkt auf dem Weg aus der internationalen Finanzkrise?“ startete mit Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt Commerzbank AG, der in seinem spannenden Vortrag „Rezession, Finanzmarktkrise: Wie geht´s weiter?“ die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und international analysierte. "Die deutsche Wirtschaft ist vom Sturzflug in den Landeanflug übergegangen. Wenn die Frühindikatoren weiter steigen, könnte die Rezession im Herbst enden. Allerdings wird lediglich eine blutleere wirtschaftliche Aufwärtsbewegung folgen", dämpfte Dr. Jörg Krämer allzu große Hoffnungen und führte weiter aus: „Aufschwung ist nicht, wenn es gut geht, Aufschwung ist, wenn der Schmerz nachlässt.“

Danach präsentierte Prof. Dr. Karl-Werner Schulte von der IRE/BS, Regensburg in seinem Vortrag „Green Buildings – Opfer oder Lösungsbeitrag in der Immobilienkrise?“ aktuelle Studien zu Klimaentwicklungen, den vielfältigen Vorteilen von „Green Buildings“ und ihrem Wertschöpfungspotential für die Immobilien-wirtschaft zum Beispiel im Bereich zukünftiger Projektentwicklungen. Dabei stellt Schulte klar heraus, dass sich die Frage, ob „Green Buildings“ ökologisch und ökonomisch sinnvoll sind, längst nicht mehr stellt. Sein Fazit: „"Nachhaltigkeit" wird in der nächsten Dekade zum Mega-Thema für die Immobilienwirtschaft. Der Trend zu "Green Buildings" bietet allen Sektoren der Branche enorme Chancen. Erste wissenschaftliche Studien weisen nach: "It pays to be green".“ Dies wurde im Laufe der Veranstaltung immer wieder von Referenten und Teilnehmern bestätigt. Es wurde deutlich, dass „Green Buildings“ zwar nicht allein der Weg aus der Krise sein können, sie indessen ein wichtiger Baustein hierzu sind.

Dr. Benedikt Kiesl, Leiter Structured Finance Eurohypo AG, erläuterte in seinem Vortrag „Aktuelle Situation und Perspektiven der Immobilienfinanzierungsmärkte aus Sicht der Eurohypo AG", wie sich die Finanzierungsmöglichkeiten für die Immobilien-branche aktuell darstellen und weiter entwickeln. Zunächst betonte Kiesl, dass die Eurohypo nach wie vor Neugeschäft in erheblichem Umfang betreibe. Er stellte für den gesamten Finanzierungsmarkt indessen deutlich heraus, dass es so viel Kredite wie in den Jahren 2006/2007 in absehbarer Zeit nicht mehr geben wird. Zudem sei die Bereitschaft der Banken, im aktuellen Marktumfeld Ausfall- und Leerstandsrisiken zu übernehmen, nicht sehr hoch. Dies führe zwangsläufig – auch ohne Neugeschäft – zu einem erhöhten Eigen-kapitalbedarf der Banken und damit  verschärften Rahmenbedingungen für die Fremdfinanzierung. Aus seiner Sicht wird der Pfandbrief zukünftig zur Kernsäule der Immobilienfinanzierung. Vor diesem Hintergrund prognostizierte er eine Marktdominanz von Banken mit Pfandbrief-Lizenz. Sein Fazit: "Ohne Innovationen gibt es kein Wachstum. Aber stabiles Wachstum braucht ein solides Fundament. Das ist der deutsche Pfandbrief."

Den zweiten Vortragsblock „Die Finanzkrise aus Sicht der Investoren: Risiken, Strategien, Chancen“ eröffnete Dipl.-Kfm. Stefan Ziegler, Mitglied der Geschäftsführung KG Allgemeine Leasing GmbH & Co. (KGAL) Real Estate & Managed Products. In seinem Vortrag „Erfolgsstrategien institutioneller Anleger“ erläuterte er die Rahmenbedingungen und Investitionskriterien aus Sicht der KGAL. Dazu zähle u.a. die Orientierung an Bundesanleihen. Böten Immobilien-Investments im Vergleich nicht adäquat höhere Renditen, wäre dies bereits ein Ausschlusskriterium. Außerdem sei es für ihn unerlässlich, jede Immobilie und ihr Umfeld selbst in Augenschein zu nehmen. Hier sei oftmals das Bauchgefühl ein durchaus guter Berater. Gleichzeitig verwies er unter großer Zustimmung der Teilnehmer auf die deutlich verlängerten Prüfungszeiten von durchschnittlich drei auf nun sechs bis neun, z.T. zwölf Monate. Dies veranlasste Dr. Wulff Aengevelt zu dem Hinweis, dass dies auch bei der Beauftragung eines Immobilienberaters zu berücksichtigen sei: Selbst ein qualifizierter Alleinauftrag sei nur bei entsprechender Laufzeit von mindestens einem Jahr zielführend.
Hinsichtlich des Themas „Fremdkapital“ sagte Stefan Ziegler, dass sich die Situation extremer Verknappung mittlerweile besser darstelle. Sein Fazit: "Während der Anleger früher mit einer optimistischeren Erwartungshaltung bereit war, die Performance des Investments auf die Entwicklung von Endwerten abzustellen, steht heute eher der Substanzerhalt und die Erzielung nachhaltig stabiler Cash-flows im Vordergrund."

Anschließend erläuterte Michael Ullmann, Geschäftsführender Gesellschafter ORLANDO REAL ESTATE GmbH,in seinem Vortrag „Aktuelle Ziele opportunistischer Investoren“ seine Markteinschätzungen. Sein Statement: „Die Investitionsziele opportunistischer Investoren haben sich hinsichtlich der Transaktionsstrukturen und Immobilienarten in der Finanzkrise bis auf eine noch stärkere Cash flow Orientierung nicht wesentlich verändert. Schnäppchenjäger, die auf sogenannte „Fire-Sales“ hoffen, brauchen indessen noch Geduld, da die nach wie vor dominierenden Marktteilnehmer, nämlich die Banken, an weitergehenden Wertkorrekturen kein Interesse haben und solche zu verhindern wissen.“ So sehe er keine Not-Verkäufe großen Umfangs, vielmehr sei die Lage zahlreicher angeblich unter Druck stehender Investoren aus seiner Sicht „erstaunlich“ stabil. Gleichzeitig kritisierte er, dass der Staat die Banken dominiere. „Rettungsschirm statt Bilanzbereinung“, so sein Kommentar. Eines der Probleme sei, dass „bad banks“ nicht zu guten Konditionen verkauften, während „gute Banken“ zu schlechten Konditionen finanzierten.

Dritter Referent in diesem Vortragsblock war Alexander von Boehm-Bezing, Abteilungsdirektor Geschäftsbereich Vermögensverwaltung Sal. Oppenheim. In seinem Vortrag „Risiken, Chancen und Strategien für vermögende Privatinvestoren“ stellte er deutlich heraus, dass für vermögende Privatinvestoren mittlerweile insbesondere Deutschland wieder zu den bevorzugten Zielmärkten zählt. Hierbei gebe es eine „absolute Flucht in Qualität“, bei der keinerlei Abstriche gemacht würden. So würden angesichts einer deutlich ausgeprägten Risikoaversion u.a. keine Spezialimmobilien nachgefragt. Gleichzeitig sieht von Boehm-Bezing große Chancen im aktuellen Marktumfeld. Diese gelte es zu nutzen bei gleichzeitiger Risiko-Minimierung z.B. hinsichtlich Mietausfällen. Sein Fazit: „Die Immobilienberatung kann im aktuellen Marktumfeld einen erhöhten Beitrag zur nachhaltigen Vermögenssicherung leisten.“

Im dritten Teil der Veranstaltung „Krisenchaos ohne happy end? Risiken und Chancen des deutschen Immobilienmarktes aus internationaler Sicht“ diskutierten Niek van Dijck, Direktor Schild Holland Fonds (Niederlande) und Vorsitzender des niederländischen Immobilien-Branchenvereins, Jens Pedersen, Akquisitionsdirektor/Partner Asschenfeldt Invest Gruppen A/S (Dänemark) und Charles Kingston, Herausgeber REFIRE Report, über ihre Sicht des deutschen Immobilienmarktes. Moderator war Werner Rohmert, Herausgeber „Der Immobilienbrief“ und langjähriger Autor für „Der Platow Brief“.

Niek van Dijck, dessen Unternehmen ausschließlich in Deutschland in ausgewählte Wohn- und Retail-Immobilien investiert, verwies darauf, dass der Rückgang der Produktion in der zweiten Ölkrise nach 1979 einschneidender war als dieses Mal und auch Arbeitsplätze, Einkommen und Konsum heute erheblich stabiler seien. Allerdings warnte er davor, dass überzogene Negativprognosen die Krise verstärken könnten. Deshalb sein Statement: „Haben Sie Vertrauen! Jede Krise geht irgendwann vorüber und eröffnet neue Perspektiven!“

Auch Jens Pedersen zeigte sich optimistisch. Deutschland sei aus dänischer Sicht die Ruhe im Sturm. Es gebe keine explosive Wertsteigerung in guten Zeiten, aber auch keine Wertverluste in Zeiten von Finanzkrisen. Für ihn ist Deutschland in der Kombination deutscher Pünktlichkeit mit dänischer Flexibilität der beste Immobilienmarkt in Europa. Deshalb sein Statement: „Immobilienchaos, aber mit happy end, denn die Pflege der bestehenden Portfolien bietet langfristig gute Verkaufsmöglichkeiten.“

Auch für Charles Kingston bleibt Deutschland ein attraktiver Markt aufgrund seiner Renditestabilität. Dem Immobilienboom vor der Krise gewann er ebenfalls positive Aspekte ab. So hätten Investoren, wenn auch zum Teil „schmerzhaft“, die langfristige Natur deutscher Investments kennen und schätzen gelernt. Dabei seien langfristig engagierte Investoren mit eigenem Personal vor Ort besser geschult, Wertschöpfungspotentiale und passende Einstiegspunkte zu identifizieren. Indessen stimmte auch er mit der Mehrzahl der Teilnehmer darin überein, dass der angeschlagene Bankensektor die Finanzierung von Investments weiterhin erschweren wird. Das aktuelle Dilemma ausländischer Investoren umschrieb er mit dem Hit vergangener Jahre: „Should I stay or should I go now?”

Dr. Wulff Aengevelt, der den Vorsitz des Präsidiums innehatte, zeigte sich wie die Teilnehmer und Referenten gleichermaßen hochzufrieden mit Verlauf und Inhalt der Konferenz und schloss die Veranstaltung mit dem positiven Fazit: „Bei allen Unsicherheiten und komplexen Aufgaben stürzt uns die Krise nicht ins Chaos; sie eröffnet uns vielmehr die Chance auf Ordnung und Normalität.“ Aengevelts Zusage, die Veranstaltungsreihe fortzuführen, wurde freudig begrüßt.



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