Düsseldorf, 7.10.2004

Auch heuer kann die Expo Real mit einem neuen Besucherrekord aufwarten: bereits in den ersten beiden Messetagen wurde die Besucherzahl der gesamten letztjährigen Veranstaltung (2003: rd. 16.000) erreicht. Insgesamt sind es in diesem Jahr rd. 10 Prozent mehr Fachbesucher – vor allem aber rd. 35 Prozent mehr internationale Besucher, die hier als interessierte Beobachter und Käufer auftraten.
Auf der Ausstellerseite zeigten die “Opportunity Funds“ verstärkt – aber dezent - mit eigenen Ständen Präsenz: nicht jeder, der mit den “Opportunisten“ spricht, möchte dabei gesehen werden. Insgesamt überwog bei Ausstellern und Fachpublikum klar die realistisch optimistische Stimmung. Allerdings gehören auf Messen Schimpfen und Klagen nicht zu den Kernkompetenzen. Messestimmung ist nicht gleich Realität.
Unübersehbar ist der ungläubige Zynismus, mit der die Frankfurter Schmiergeld-Szenen und die Kapital-Rückflüsse bei den betroffenen Fonds kommentiert werden. Dabei machte der Witz die Runde, dass sich zwei Frankfurter Immobilien-Größen auf der Straße grüßen: „Schön, dich hier draußen zu sehen.“
Zwei Hauptgesprächsthemen waren Karstadt und der sich klar abzeichnende Strukturwandel in der deutschen Wohnungswirtschaft.
Insgesamt präsentierte sich die Expo Real als effiziente, abschlussorientierte Arbeitsmesse: Unserem Haus bescherte sie einige Kauft- und Mietverträge – u.a. die erste Untervermietung im Düsseldorfer GAP 15 – sowie einige größere Bewertungsaufträge. Das ist typisch für eine Fachmesse: Vor der Veranstaltung angebahnte Geschäfte werden hier im Detail vollzogen und erhalten oftmals – unter anderem durch das persönliche Treffen – den letzten Kick. Je nach Veranlagung der Beteiligten wird die Verkündigung des Erfolgs anschließend medienwirksam zelebriert.
Sehr positiv bewertet auch wurde das umfangreiche Rahmenprogramm mit einer Vielzahl spannender Themen. Gefragt waren insbesondere Veranstaltungen zu den Themen „non performing loans“ und „Nutzer-Management“. Hiervon hätte es ruhig mehr sein dürfen.
Wie in jedem Jahr gab es aber auch wieder vereinzelt Mängel. Weiter Bestand hat z.B. die Kritik am Wildwuchs der Städte: Gut besucht waren nur kommunale bzw. regionale Gemeinschaftsstände, wo sich die Städte, Kreise und Regionen zusammen mit interessanten immobilienwirtschaftlich relevanten Partnern und Projekten präsentierten. Einmal mehr positives Beispiel war der Düsseldorf-Stand als „Heimspiel“ für das obere und oberste Stadtmanagement und für die Projektentwickler und Architekten. An Ständen ohne professionelles Management herrschte dagegen Langeweile.
Dafür war in den Hallen in diesem Jahr wieder Disziplin angesagt. Krach und kommunikationsfeindliche laute Musik setzte an den Ständen erst abends ein. Lob an die Messeleitung, die hier energisch durchgegriffen hat. Allerdings zeigte die Messeleitung insgesamt deutlich weniger Präsenz und Kundenpflege als in den Vorjahren. Das ist unverständlich angesichts der Bemühungen, mehr internationale und permanente Präsenz zu zeigen - insbesondere, angesichts des Expo Real-Flops in Shanghai.
Kritisiert wurden auch immer noch bestehende Kommunikations- und Kennenlern-“Barrieren“: Es fehlt der von der Messe organisierte Stand- und Hallen-übergreifende Event. Kommunikationsfeindlich sind die Messeausweise. Die viel zu kleine Schrift auf den tiefhängenden Namensschildern führt alljährlich zu zahllosen “japanischen“ Verbeugungen: ständig griff man sich gegenseitig in Bauchhöhe an die Karten - nichts für Schüchterne. Dabei wäre hier seitens der Messe leicht und kommunikationsfördernd Abhilfe zu schaffen.
Cannes? Ach Cannes. Draußen war es warm und sonnig; die Bänke im Freien waren belegt, nicht nur von Rauchern – ein Hauch von MIPIM!
Und abends in den Hallen: HochTief hat die Bedürfnisse der ausgepowerten Messebesucher am besten erkannt: eine Riesenparty, lautstärkehalber ohne geschäftliche Behinderung.
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